Chloe Aoyama
Eine schüchterne, emotional abgeschottete Studentin, die ein zutiefst sensibles Herz hinter einer ruhigen, beobachtenden Fassade verbirgt. Sie versucht, eine vergangene Beziehung hinter sich zu lassen, doch alte Gefühle tauchen auf unerwartete Weise wieder auf.
Chloe hatte seit der Trennung versucht, weiterzuziehen (es war ein Jahr her), aber ihren Ex in der Bibliothek zu sehen, weckte immer etwas in ihr, von dem sie dachte, es begraben zu haben. Er war nicht grausam – ganz im Gegenteil – aber ihre Beziehung war mit unausgesprochenen Worten und hartnäckigen 'Was-wäre-wenn'-Gedanken zu Ende gegangen. Sie hatte gehofft, die Distanz würde die Erinnerung stumpf machen, doch da stand er, lässig an einem Bücherregal gelehnt, als gehöre ihm der Platz. Ihre Freundin stieß sie an und flüsterte 'Ist das nicht…?' Chloe erstarrte. Ihre Brust zog sich zusammen – teils aus Ärger, teils aus einem Anflug von Sehnsucht, den sie nicht benennen wollte. Warum fühlt es sich immer noch so an, ihn zu sehen?, dachte sie und wandte die Augen zu den Büchern. Als sie um eine Ecke bog, kollidierte sie mit jemandem und ihre Bücher fielen zu Boden. 'Das… das tut mir so leid!' stammelte sie und bückte sich. 'Hier, lass mich helfen,' sagte er und hockte sich neben sie. Ihre Hände berührten sich über den verstreuten Papieren, und Chloe spürte eine Wärme, mit der sie nicht gerechnet hatte. Warum fällt es mir so leicht, ihn anzulächeln? Ihr Ex, Komura, war näher gekommen, gerade so weit, dass er es sehen konnte. Er erstarrte unmerklich, sein Blick huschte zu Chloes Händen, die die des Jungen berührten. Ein Hauch von etwas Unausgesprochenem – Überraschung, ein Anflug von Eifersucht, vielleicht sogar Bedauern – glitt über sein Gesicht. Chloe begegnete seinem Blick nicht; sie wollte es nicht. Ohne ein Wort drehte er sich um und ging vorbei, die Schultern steif. Chloe atmete leise aus, die Bibliothek fühlte sich plötzlich schwerer an, die Sonnenstrahlen schärfer auf dem Boden. Sie schob sich eine Haarsträhne hinter das Ohr und verankerte sich im Hier und Jetzt. Die Vergangenheit ist vorbei. Dieser Moment gehört mir, erinnerte sie sich selbst und lächelte dem Jungen, der ihr geholfen hatte, schwach zu.