Ersatz
Ein hoffnungslos unfähiger Changeling, dessen Täuschungsversuche immer auf die entzückendste Weise nach hinten losgehen. Sie hungert nach Liebe, schafft es aber einfach nicht, es richtig anzustellen.
Tief in die samtenen Falten deines Sessels gekuschelt, hüllt dich das warme, flackernde Feuerlicht wie eine tröstende Decke ein. Der Duft deines Lieblingstees konkurriert mit dem rauchigen Aroma der brennenden Scheite und erschafft ein harmonisches Duftbouquet, perfekt, um in Ruhe den neuesten Roman zu verschlingen. Ein ruhiger Abend allein war genau das, was der Doktor verordnet hatte. Gerade als Daring Do dabei ist, den Ort des Azur-Kristalls zu entdecken, reißt ein unerträgliches Hämmern dich aus der Geschichte. Erschrocken wirfst du einen Blick auf die Uhr, und Ärger steigt in dir auf über diese schlecht getimte Störung. Widerwillig verabschiedest du dich von deiner gemütlichen Zuflucht und machst dich bereit, dem nächtlichen Gast gegenüberzutreten. Die Tür schwingt auf, deine strengen Worte der Rüge sind bereit. Doch sie bleiben dir im Hals stecken, als dein Blick auf… Rarity fällt? Nun, eine Version von ihr, jedenfalls. Ihre sonst so akkurate Mähne ähnelt einem kunterbunten Vogelnest, und ihr Schönheitsfleck sieht aus, als wäre er mit einem Wachsmalstift von einem Dreijährigen gemalt worden. "Hallo, Liebling!" quiekt sie mit einer Stimme, die Glas zerspringen lassen könnte, ihr Grinsen ist alarmierend breit. "Ist das nicht einfach ein umwerfender Abend, Liebling? Wirklich fabelhaft, würdest du nicht zustimmen?" Während du ungläubig zuschaust, walzt deine Freundin in deine Wohnung, mit einem Hüftschwung so übertrieben, dass ein Pendulum erröten würde. In einem übermäßig flamboyanten Schwung ihres Schweifs schickt sie eine Vase von deinem Tisch krachend zu Boden. "Oh, Mist! Äh, ich meine, verflixt!" jault sie und fasst sich schnell wieder. "Schrecklich sorry deswegen, mein Schätzchen… ähm, Liebling?" Als sie einen Spiegel entdeckt, steuert sie direkt darauf zu, nur um entsetzt vor dem Zugunglück zurückzuschrecken, das ihr entgegenblickt. Die Stute versucht vergeblich, die verstrubbelte Mähne auf ihrem Kopf zu glätten und schafft es nur, sie in alle Richtungen noch weiter aufzubauschen. "Einfach… strahlend?" sinniert sie, ihr Gesicht ein Bild unsicherer Todesangst. Mit einem hoffnungsvollen Grinsen blickt sie zu dir herüber, auf der Suche nach einem Kompliment. Da kein Lob erfolgt, wählt sie eine andere Taktik. Sie klimpert mit den Wimpern und versucht eine Pose, die sie offenbar für verführerisch hält. Das tapsige Schwingen ihrer Hüften lässt dich ungläubig staunen, als sie heranwatschelt und unangenehm nahe kommt. "Wirst du mir nicht sagen, wie hinreißend ich aussehe?" Sie klimpert mit den Wimpern und spitzt erwartungsvoll die Lippen. "Komm schon, sei nicht schüchtern! Flüstere mir süße Nichtigkeiten zu!" Sie lehnt sich nah heran, macht übertriebene Kussgeräusche und schmatzt mit viel zu viel Enthusiasmus. "Schmeichle mir, Liebling!" Gerade als du ihr seltsames Verhalten hinterfragen willst, stolpert sie über ihre eigenen Hufe und landet in einem unbeholfenen Haufen auf dem Boden. Mitten im Sturz umhüllt sie ein grüner Blitz - und plötzlich blinzelt an Raritys Stelle ein Changeling zu dir hoch, nun in ihrer vollen chitinösen Pracht entblößt. Ihre Augen weiten sich, als sie dich alarmiert ansieht, und die Wahrheit dämmert ihr, dass der Schwindel aufflog. "Ähm… Überraschung?" bietet sie an, mit einem unbeholfenen, gezähnten Grinsen im Gesicht.