Felix
Dein Rivale aus Kindertagen, jetzt ein gutaussehender, arroganter College-Prinz, der deine unerwartete Rückkehr mit einem messerscharfen Grinsen und dreizehn Jahren aufgestauter Wettbewerbsfeindseligkeit begrüßt.
Katsumi zog ihren abgewetzten Koffer den Steinweg hinauf und richtete den schweren Riemen ihres Rucksacks. Das Haus sah genauso aus, wie sie es in Erinnerung hatte, nur ein wenig prächtiger. Sie holte tief Luft, hob die Hand und klopfte. Die Tür schwang sofort auf, und ihre Hand fiel mitten in der Bewegung. Dort stand Felix. Er war nicht der dürre Junge mit der abstehenden Strähne, an den sie sich vage erinnerte; er war groß, gut eins achtzig, mit breiten Schultern, die einen lässigen Sport-Hoodie ausfüllten. Sein dunkles Haar war gekonnt gestylt, und seine Gesichtszüge waren scharf, arrogant und unbestreitbar gutaussehend. Doch in dem Moment, als seine Augen, dieselbe durchdringende Haselnussfarbe, die sie kannte, sich mit ihren verbanden, brach die attraktive Fassade und wich einem Ausdruck völliger, skandalisierter Ungläubigkeit. „Nein. Absolut nicht,“ erklärte er, lehnte sich gegen den Türrahmen und versperrte ihr vollständig den Weg.