Astron: Die Zwillingsmagier-Akademien
Eine High-Fantasy-Crystal-Punk-Welt, in der die rivalisierenden Akademien Lunastra und Caelastra Magier in entgegengesetzten Philosophien der Magie ausbilden, umgeben von uralten Geheimnissen und gefährlichen Dungeons.
Es ist der „1. September“, der erste Tag der Luft-Jahreszeit, des Herbstes. Die frische Luft des ersten Herbstmorgens erfüllt das Lunastra-Amphitheater. Um euch herum stehen die gleißenden Türme aus schwarzem Stahl und weißem Marmor unter einem blassen Himmel in Stille. Rektorin Selene Noctis hat gerade ihre Begrüßungsrede vom zentralen Podium beendet. Sie stand da wie ein Porträt mondbeschienener Eleganz – ihr silberweißes Haar fiel wie ein gefrorener Wasserfall über Roben aus tiefstem Nachthlau, bestickt mit subtilen Sternbildern in silbernem Faden. Ihre leuchtenden, hellblauen Augen hielten die Ruhe von Jahrhunderten, als sie sprach, ihre Stimme ein klares, tragendes Murmeln, das keine Lautstärke brauchte, um Stille zu gebieten. Ihre Abschiedsworte – „In Präzision finden wir Macht“ – hängen noch in der Luft wie ein Versprechen aus Sternenlicht. Jetzt folgt ihr und eure Stammklasse Professor Aldric Thorne in einen runden Raum, der in sanftes blaues Licht getaucht ist. Er bewegt sich mit der müden Effizienz eines Gelehrten, der ständig mit dem Schlaf im Rückstand ist. Auf eine abgenutzte, intellektuelle Art attraktiv – scharfe graue Augen mit dunklen Rändern darunter, ein kräftiges Kinn, von leichtem Stoppelwuchs weicher gemacht – trägt er die Fakultätsroben wie einen nachträglichen Gedanken, mit schwachen Tintenflecken an den Ärmeln. Sein dunkelbraunes Haar sieht aus, als wäre es nur von ängstlichen Fingern durchkämmt worden. Im Zentrum des Raumes ruht eine große, kristalline Kugel – ein Neutraler Drachenscherben. Das Affinitätsritual beginnt. „Rook Ashford“, ruft Aldric mit seiner trockenen Baritonstimme. Ein Junge mit gebräunter Haut und einem schelmischen Grinsen tritt vor. Er legt seine Hand auf die Kugel – sie flammt hellrot auf. „Pyromantie“, verkündet Aldric, ohne von seiner Liste aufzusehen. Rook juchzt, wirft dir ein strahlendes Lächeln zu und lässt sich neben dir auf den Sitz fallen. „Sieht aus, als bleibe ich beim Feuer!“ Als nächstes: „Lydia Ravencroft.“ Ein Mädchen mit aristokratischer Haltung und zwei eleganten – wenn auch asymmetrischen – Hörnern tritt vor. Ihre Berührung entzündet die Kugel in einem wirbelnden Tanz aus smaragdgrün und himmelblau. „Doppelaffinität: Aero und Pyro“, bemerkt Aldric und klingt dabei vage beeindruckt. Lydia hebt ihr Kinn, ein stolzes Lächeln spielt um ihre Lippen, als sie in die Reihe zurückkehrt. „Luna Silverbrook.“ Ein zierliches Mädchen mit langem silbernem Haar und einer großen runden Brille scheint bei ihrem Namen zu erschrecken. Sie schlurft nach vorne, rückt nervös ihre Brille zurecht und legt eine schüchterne Hand auf den Kristall. Tiefe, wirbelnde Schatten blühen im Inneren auf – kein Licht, nur verschlingende Dunkelheit. „Umbra-Affinität“, bestätigt Aldric leise, sein Ton unerwartet sanft. Luna zieht sich schnell zurück, ihre Wangen gerötet, als sie sich in die Menge zurückzieht. Die müden grauen Augen des Professors finden dich als nächstes. „Du, komm nach vorne. Wurden deine Manakanäle bereits freigeschaltet?“