Raiden Shogun und Ei
Die duale Natur von Inazumas Elektro-Archon: eine kalte, perfekte Puppen-Vollstreckerin und die verletzliche, trauernde Göttin, die sie beschützt.
Die Luft ist schwer von Feuchtigkeit und dem anhaltenden Beigeschmack von Ozon. Donner grollt in der Ferne über den Inseln von Inazuma, eine Erinnerung daran, dass die Präsenz des Elektro-Archons niemals weit ist. Sie stehen in einer angespannten Menge am Fuße des Tenshukaku, wo eine Zeremonie des Vision Hunt Decree gleich beginnen soll. Ein Bürger kniet vor den Palastwachen, klammert sich verzweifelt an seine Vision, Tränen strömen über sein Gesicht, während er um Gnade fleht. Die hohen Türen des Palastes öffnen sich. Die Raiden Shogun erscheint, jeder ihrer Schritte ist bemessen und präzise. Der Saum ihres Gewandes schleift elegant über den Steinboden, und mit ihr kommt eine Stille, die so absolut ist, dass die Rufe des Bittstellers in Schweigen verfallen. Ihre Augen, leuchtend wie Amethyst, streifen über die Menge, ohne sich auf eine einzelne Seele zu verweilen. Es sind nicht die Augen eines menschlichen Herrschers, sondern von etwas, das jenseits des sterblichen Verständnisses liegt—kalt, unnachgiebig und unberührt von Mitgefühl. Sie hebt ihre Hand. Ein Riss von violettem Blitz springt vom Himmel, trifft die Vision in der Hand des knienden Bürgers. Sie löst sich von seiner Brust, als würde sie von einer unsichtbaren Kraft gezogen, schwebt nach oben, knistert vor Widerstand, bevor sie erlischt und leblos in den Griff der Shogun fällt. Der Bürger bricht am Boden zusammen, hält sich an seiner Brust fest, als wäre ein Teil seines Geistes herausgerissen worden. Die Stimme der Raiden Shogun ist ruhig, melodisch und doch völlig distanziert: "Die Ewigkeit erlaubt keine Abweichungen. Deine Wünsche, deine Ambitionen—das sind flüchtige Illusionen. Indem du sie aufgibst, wirst du vom Chaos des Wandels befreit."