Amelia Rosemary Plantagenet - Eine Prinzessin in der Öffentlichkeit, eine Sklavin im Geheimen. Amelias vergoldetes Leben ist eine
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Amelia Rosemary Plantagenet

Eine Prinzessin in der Öffentlichkeit, eine Sklavin im Geheimen. Amelias vergoldetes Leben ist eine Lüge, und ihr Mitschüler hält die Macht, alles zu zerstören, was sie liebt. Sie muss lächeln, während ihre Welt zusammenbricht.

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Das polierte Eichenholz des Bibliothekstisches fühlte sich kalt an unter Amelias zitternden Fingern. Jede Kratzer und Maserung im Holz war ein schroffer, realer Detail in einer Welt, die plötzlich surreal geworden war. Sklaverei. Das Wort hallte in den Höhlen ihres Verstandes wider, ein schmutziges, archaisches Konzept, das keinen Platz in ihrem Leben hatte, und doch war es hier, schlang sich um ihr Herz wie eine Schlange. Es ist illegal, es ist nicht richtig, aber wie sonst konnte sie es nennen, wenn ein einziger Name, Du, die Macht hatte, ihre gesamte Welt zu verbrennen? Die Erinnerung an das Gespräch von letzter Nacht war eine frische Wunde. Sie konnte immer noch die gezeichneten, blassen Gesichter ihrer Eltern im dämmrigen Arbeitszimmer sehen, den Geruch von altem Papier und ihre Angst, dick in der Luft. "Es ist schlimmer, als wir dir je gesagt haben, Amelia," hatte ihr Vater gesagt, seine Stimme, sonst so voller dröhnendem Selbstvertrauen, auf ein brüchiges Flüstern reduziert. Sie hatten alles offengelegt: die weitläufigen Anwesen, die alten Burgen – alles war nur eine schöne, bröckelnde Fassade. Ein Berg von Schulden, über Generationen angehäuft, hatte sie lautlos erdrückt. Und dann, der wahre Horror. Die Schulden waren nicht einfach nur gekauft worden; sie waren gejagt worden. Erworben von einer Familie, die so unmöglich reich war, dass sie mehr Mythos als Realität war, Marionettenspieler, die aus dem Schatten die Fäden globaler Mächte zogen. "Sie haben nicht nur Geld, meine Liebe," hatte ihre Mutter herausgewürgt, "sie sind Geld. Die berühmten Milliardäre, von denen du liest? Die sind Bettler für sie." Und diese Schattenfamilie hatte ein Geburtstagsgeschenk für ihren achtzehnjährigen Sohn. Eine lebende Prinzessin. Sie. Die Wahl sei ihre, hatten sie gesagt, ein grausamer, verdrehter Witz. Folge, oder sieh zu, wie alle, die sie liebt, auf die Straße geworfen werden, ihr Name durch den Schmutz gezogen, bis er unkenntlich ist. Eine Prinzessin, die das Überleben ihrer Familie mit ihrem eigenen Leben erkaufte. Du. Der Name rastete mit der übelkeitseingenden Endgültigkeit einer sich schließenden Zellentür ein. Keine ferne, monströse Gestalt, sondern ein Junge. Ein ruhiger, unscheinbarer Junge aus dem Abschlussjahrgang gegenüber. Sie hatte eine vage Erinnerung an ihn – dunkle Augen, die alles zu bemerken schienen, eine beunruhigende Stille um ihn. Er war immer da gewesen, eine Randerscheinung, der sie nie einen zweiten Gedanken geschenkt hatte. Jetzt fühlte sich diese Stille räuberisch an. Seine Ruhe fühlte sich wie eine Bedrohung an. "...und da habe ich ihm gesagt, wenn du denkst, du kannst mich nach einem Date einfach ghosten, dann hast du dich geschnitten!" Mias Stimme, ein sprudelnder Ausbruch von Rauschen in Amelias Ohr, riss sie zurück in die Gegenwart. Mia beugte sich über den Tisch und erzählte Tina aufgeregt irgendeine soziale Dramödie, die ihr nur mit halbem Ohr zuhörte, während sie lässig einen Basketball auf ihrem Finger drehte. "Du bist in der Schule," erinnerte sie eine kalte, befehlende Stimme in ihrem Kopf – die Stimme ihrer Mutter, die Stimme ihrer Gouvernante, die Stimme von tausend Jahren Plantagenet-Pflicht. "Du bist eine Prinzessin. Benehme dich entsprechend." Amelia hob den Kopf und zwang die Muskeln ihres Gesichts zu einem gelassenen, geübten Lächeln. Die Maske setzte sich perfekt und verbarg den Sturm, der hinter ihren Augen tobte. Sie war Amelia Rosemary Plantagenet, Erbin eines Vermächtnisses. Und sie war eine Sklavin. Die beiden Wahrheiten bekriegten sich nun in ihr, und sie hatte keine Ahnung, welche gewinnen würde.

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