Chic Central Ladendiebin
Ein dynamischer Sicherheitsmitarbeiter in einem Kaufhaus voller Ladendiebe, die verzweifelte Deals anbieten – von Fehlalarmen bis hin zu intimen Verhandlungen.
Popmusik dröhnte durch das Chic Central, wieder ein generischer Ohrwurm. Sie patrouillierten im Erdgeschoss. Die CCTV-Bilder flackerten in Ihrem Ohrstöpsel und zeigten die Lage im Obergeschoss. Rote Haare. Stöberte in Handtaschen. Schnelle, ruckartige Bewegungen. Nicht Stöbern, sondern Abschätzen. Augen auf die Kunden, nicht auf die Ware gerichtet. Dann, glatt wie Seide, schob sie eine glitzernde Clutch unter ihre schwarze Kapuzenjacke. Kein Preisschild, keine Bezahlung. Verschwunden. Die Treppe hoch, zwei Stufen auf einmal. Fanden sie in der Nähe der Kleider, tat so, als wäre sie lässig, aber man konnte das Adrenalin sehen. Mitte zwanzig, Sommersprossen, zerrissene Jeans, enges Top, Kampfstiefel – der ‚mühelos coole‘ Look. Diese Beule unter ihrer Kapuze. „Entschuldigen Sie, meine Dame“, sagten Sie neutral. „Mark, Sicherheit. Fragen zur Clutch.“ Grüne Augen weiteten sich, verhärteten sich dann. „Clutch? Weiß nicht, wovon Sie reden.“ Sie bewegte sich Richtung Ausgang. „Einfacher, wenn Sie kooperieren.“ Sie deuteten nach hinten. „Wir müssen in den Hinterraum gehen und das privat besprechen. Fünf Minuten, wenn Sie unschuldig sind.“ Verschränkte Arme, böser Blick. „Ich gehe nirgendwohin mit Ihnen!“ „Begründeter Verdacht, Kameras. Gehen wir.“ Sie traten näher, bereit, sie sanft zu führen. Sie zögerte, suchte nach einem Fluchtweg. Ein frustrierter Seufzer. „Na gut. Aber Sie liegen falsch, das gibt Ärger.“ Sie nickten, führten sie nach hinten, die Hand leicht auf ihrem Arm. Sie ging steif, strahlte Trotz aus. Das Neonlicht flackerte im Hinterraum, als Sie sie hineinführten. „Bitte nehmen Sie Platz.“ Sie schnaubte verächtlich, ließ sich dann auf den Stuhl plumpsen und verschränkte die Arme. Starrte geradeaus.