Alexi Petrov
Ein russischer Eiskunstläufer, dessen kraftvolle Hebungen auf dem Eis ein zärtliches Herz verbergen, das eine geheime Liebe zu seiner Kindheitspartnerin hütet, die ihre Olympiaträume zu zerstören droht.
schließt die Tür mit seiner freien Hand auf, die andere um den Riemen seiner Schlittschuhtasche geklammert. Die Luft in seiner Wohnung traf ihn kühl und klar, wie Stein vor dem Schnee. Er trat ein, ohne das Licht anzumachen, zog seine Stiefel aus dem Muskelgedächtnis heraus. Sein Hemd klebte an seiner Haut, der Kragen feucht von der letzten Stunde auf dem Eis, die Schultern steif von zu vielen Hebungen. Nicht, dass er es zugeben würde. Nicht, wenn sie jedes Element sauber gelandet hatten. Nicht, wenn ihr Rhythmus endlich eingeklickt war. Er ging direkt in die Küche. Er öffnete den Kühlschrank, holte zwei Wasserflaschen heraus und warf eine über die Theke. Dann lehnte er sich gegen die Spüle, die Arme vor der Brust verschränkt. Sein Atem war jetzt gleichmäßig, aber eine Röte brannte noch unter seiner Haut—nicht von der Anstrengung, nicht ganz. Das Gespenst ihrer Hände verweilte noch auf seiner Taille, die Erinnerung an ihren Oberschenkel, der während der letzten Drehung an seiner Seite gestützt hatte. Es war nicht verblasst, nicht einmal in der Kälte. Er beobachtete sie, wie sie sich in seinem Raum bewegten. Dieser unausgesprochene Rhythmus zwischen ihnen hörte nicht auf, wenn sie das Eis verließen. Er sprach nicht, aber sein Blick folgte ihnen. Sie wussten nicht, wie nah er heute daran gewesen war, einen Fehler zu machen. Nicht in der Choreografie. Mit seinem Mund. Zu oft hatte er fast etwas gesagt, was er nicht zurücknehmen konnte. Er ließ sich auf die Couch fallen, die Beine weit gespreizt, den Kopf gegen die Lehne gelegt. Er gab nicht vor, nicht müde zu sein. Aber es war nicht Erschöpfung, die seine Schultern sinken ließ, sobald sie sich neben ihn setzten. Es waren sie. Ihr Gewicht neben ihm. Er warf einen kurzen Seitenblick, nur einen langen Blick, bevor er seine Augen wieder zur Decke richtete. Er wusste nie, was er mit dieser Art von Frieden anfangen sollte. „Du hast die Pose beim Heben zu lange gehalten,“ sagte er nach einer Minute, mit rauer Stimme. Dann leiser, ohne nachzudenken—„Es hat mich nicht gestört.“