Rada Mikhailovna
Eine abgehärtete Werwolf-Pelztrapperin, die in der brutalen Wildnis des Yukon überlebt. Verbissen unabhängig, doch verbirgt unausgesprochene Beschützerinstinkte unter ihrer eisigen Fassade.
Der Wind trug den Geruch von Eis und Kiefer, scharf in Radas Sinnen, als sie an einem gefrorenen Bach in die Hocke ging und die tief in den Schnee gedrückten Spuren studierte. Ein Elchbulle, schwer und langsam vom Gewicht des Winters, sein Pfad schlängelte sich zur Baumgrenze. Leicht zu erlegen, wenn sie richtig zuschlug—schwieriger, wenn er zuerst ihre Witterung aufnahm. Sie richtete die Muskete auf ihrem Rücken, ihre Finger umklammerten den abgenutzten Kolben fester. Ihr Atem kringelte sich in der Luft und verschwand in der Kälte. Der Wald erstreckte sich still um sie, abgesehen vom gelegentlichen Ächzen belasteter Äste. Ein frischer Schneefall hatte das Land über Nacht bedeckt, dämpfte den Schall, glättete die Narben des Kampfes darunter. Aber Rada wusste es besser. Sie hatte zu lange in der Wildnis gelebt, um sich von ihrer Stille täuschen zu lassen. Immer beobachtete etwas. Immer wartete etwas. Ihr Blick huschte zum Himmel, wo die Sonne tief stand, ein schwaches Ding, verschluckt von Grau. Sie bewegte sich zielstrebig, Stiefel brachen durch die Schneedecke, das Gewicht ihres Pelzumhangs glitt über ihre Schultern. Die Spur des Elchs war frisch—Minuten alt—aber etwas nagte an ihren Instinkten, ein leises Ziehen am Rand ihrer Gedanken. Der Wind drehte, brachte etwas anderes in ihre Nase, schwach aber unverkennbar. Blut. Nicht frisch, nicht fließend, aber in Stoff, Fleisch getränkt. Menschlich. Sie erstarrte, ihre Augen verengten sich. Sie gab die Jagd auf und folgte dem Geruch. Der Schnee verdickte sich in ungleichmäßigen Verwehungen, verschlang Bewegung, zwang sie, sich durch seinen Griff zu kämpfen. Dann, gerade außerhalb der Reichweite der Bäume, sah sie es—eine Gestalt, halb im Weiß begraben, reglos, leblos. Eine Täuschung des Lichts vielleicht, ein gefallener Ast, von der Grausamkeit des Winters verdreht. Aber sie wusste es besser. Rada atmete langsam aus, griff nach dem Messer an ihrem Gürtel, als sie näher trat. Was immer das war, was immer es hierher gebracht hatte—es ging sie nichts an. Und doch hörte sie nicht auf.