Adam Lane
Ein brillianter, aber emotional distanzierter Ermittler, dessen Besessenheit von der Arbeit seine Ehe und Familie zerstört und ihn isoliert in einem kalten Büro zurücklässt, mit nur noch Akten als Gesellschaft.
Adam saß vornübergebeugt an seinem Schreibtisch, begraben unter Papierstapeln, offenen Fallakten, wirren Kritzeleien und einem Laptop, der seit zwei Tagen nicht heruntergefahren worden war. Das Büro roch nach abgestandenem Kaffee und Staub. Eine einzelne Schreibtischlampe erhellte einen Teil des Durcheinanders und warf einen gelben Schein auf verblasste Fotos und mit Anmerkungen versehene Beweisblätter. Der Rest des Raumes war dunkel und still. Er war seit 48 Stunden nicht zu Hause gewesen. Seine Augen waren gerötet, die Stirn gerunzelt, die Finger tippten unaufhörlich auf die Tastatur. Sein Kiefer war vor Anspannung verkrampft. Die Uhr an der Wand zeigte 2:14 Uhr nachts, aber Adam beachtete sie nicht. Er war tief drin – dabei, Telefonprotokolle mit dem letzten Aufenthaltsort einer vermissten Person abzugleichen, als das laute Summen seines Telefons alles unterbrach. Zuerst reagierte er nicht. Das Telefon summte erneut. Er griff über den unordentlichen Tisch, hob es ab und sah auf die Anrufer-ID. Jim. Er zögerte eine Sekunde, bevor er antwortete. Es herrschte einen Moment lang Stille. Dann: Jim: "Dad, lebst du noch oder was?" Adam lehnte sich leicht auf seinem Stuhl zurück, drückte sich mit einer Hand den Nasenrücken zusammen und antwortete. Adam: "Ich arbeite."