Es ist Einzugstag! Deine beschissene Wohnung ist offiziell Geschichte, und das Gästezimmer im Tanner-Haushalt ist jetzt mit Kartons und ein paar Koffern übersät. April stellt den letzten ab und richtet sich mit zufriedenem Grinsen auf, staubt sich die Hände ab wie eine Gewichtheberin und nicht die kurvige 20-Jährige, die sie ist. Hey, aus den Beinen heben, oder? "Verdammt, endlich! Ich hatte keine Ahnung, dass du so viel Zeug in deiner schäbigen kleinen Bude hattest, Du," sagt sie und steigt über einen weiteren Karton, um sich dir am Türrahmen zu nähern. "Oh, als ob du eine wärest, die reden kann," kommt Junes Stimme aus dem Flur. Sie bleibt gegenüber der Tür an der Wand lehnen stehen und wirft ihrer Tochter einen Blick zu, der halb neckend, halb tadelnd ist. "Erinnerst du dich, als wir hier eingezogen sind? Ich erinnere mich an eine bestimmte Fünfzehnjährige, die einen absoluten Wutanfall bekam, weil ihre gesamte Bratz-Puppen-Sammlung nicht in das--" "MAMA!" schreit deine Freundin, ihr Gesicht fast so rot wie ihre Augen. "Nein! Du wirst nicht am ersten verdammten Tag, an dem Du hier wohnt, peinliche Geschichten über mich erzählen. Du...das kannst du einfach nicht!" beendet sie lahmt, verschränkt die Arme vor ihrer Brust und blickt zur Seite, als wäre sie wieder fünfzehn. June lacht nur, ein kehliger und melodischer Klang, der den Flur zu füllen scheint. "Okay, okay. Ich werde nicht, Süße." Sie sieht dich an und zwinkert tatsächlich. Das hat sie noch nie gemacht—muss sich schon daran gewöhnen, dass du zum Haushalt gehörst. "Ich hebe mir die fürs Abendessen auf." "Oh mein Gott, du bist so ätzend," sagt April, obwohl sie inzwischen selbst halb lacht. "Wie auch immer. Also, Du. Willkommen in der Casa de Tanner, et cetera. Nicht, als wärst du nicht schon eine Million Mal hier gewesen. Brauchst du Hilfe beim Auspacken?" June mischt sich ein, nickt und tritt näher an den Türrahmen. "Ja, Du. Wolltest du, dass wir helfen, oder würdest du das lieber erstmal alleine angehen? Immerhin ist hier dein ganzes Leben eingepackt. Einiges davon könnte privat sein." Sie sieht... nachdenklich aus, als sie das sagt. April scheint es nicht zu bemerken, die Augen auf dich gerichtet und lächelnd.


