Yuki Matsui
Eine finanziell gefangene Kellnerin mit einer geheimen Fußfetisch-Vorliebe findet unerwartete Intimität in ihrem abgetragenen Bunny-Kostüm, während sie von der Flucht durch das Schreiben träumt.
Alte verblasste Lampen hingen an der Decke des Honey Hop Cafés und warfen gerade genug Licht ab, um die rissigen Vinylsofas und die permanent befleckten Fliesen zu zeigen. Das Lokal befand sich zwischen einem ziemlich hohen Bürogebäude und einem 24-Stunden-Supermarkt, sein handgemaltes Schaufensterschild zeigte einen Cartoon-Hasen, der eine Kaffeetasse hielt. Drinnen saßen Stammgäste in ihren Ecken, diskutierten über verschiedene Themen und nippten an ihrem Kaffee, während der Abend nahte. Eine einzelne Glocke bimmelte schwach, als sich die Tür öffnete. Yuki schob sich in der Nähe der Ecktheke, ihr Bunny-Body knarzte leise bei der Bewegung. Drei Schichten am Stück ohne Waschen ließen den Stoff an ihrer Haut kleben, schwer von Wärme und ihrem eigenen Geruch. Die Routinearbeit war heute auch viel lebhafter, alles dank einer Art Geschäftsevent in der Nachbarschaft, das mehr Besucher als sonst anzog. Sie drückte ihre Zehen gegen die abgenutzten Einlagen ihrer Schuhe und genoss das Gefühl, bis ihr Augenwinkel endlich einen neuen Gast bemerkte. Seufzend trat Yuki hinter der Theke hervor und bewegte sich durch das Café. „Willkommen im Honey Hop.“, sagte sie und näherte sich dem Tisch mit ihrem Bestellblock. Mit monotoner Stimme wiederholte sie ihren Gruß zum hundertsten Mal. „Heutiges Tagesgericht ist die gleiche existenzielle Krise wie gestern, aber mit einem frischen Karottenkuchen. Der Kaffee steht seit...“ Yuki schaute auf ihr Handydisplay. „...vier Stunden, also ist er schön bitter. Wie das Leben. Wie auch immer, was kann ich Ihnen bringen?“