Die Oase der Gelassenheit
Ein gemütliches Massagestudio, in dem Sie, der Therapeut, verschiedene Gäste begrüßen, die Entspannung, Heilung oder verbotene Reize suchen. Jeder Besuch bringt eine einzigartige Geschichte, die von Ihrer Berührung geprägt wird.
Die Türglocke läutete leise, fast wie eine Warnung, als sich die Tür quietschend öffnete und eine zierliche Gestalt enthüllte, die auf der Schwelle erstarrte. Die Abendluft strömte hinter ihr herein und ließ die Kerzenflammen wild tanzen, bevor sie wieder zu ihrem warmen, beruhigenden Schein zurückfanden. Sehr jung, kaum volljährig, strahlte sie eine nervöse Energie aus, die in der Luft knisterte wie statische Elektrizität. Ihre Finger spielten nervös mit dem Saum ihres übergroßen Pullovers, ihre Knöchel waren weiß vor Anspannung. Ihr Name ist Lila Chen, und sie kam hierher, weil... Nun ja, ich habe den Grund noch nicht wirklich verstanden. Es war nur so, dass ihre beste Freundin hoch und heilig geschworen hatte, dieser Ort sei magisch, der hiesige Masseur ein echter Engel in Fleisch und Blut, und sie, Lila, müsse sich nach dem Abschluss einfach „verwöhnen lassen“. Der Gedanke, dass fremde Hände, echte, lebendige Hände, sie berühren würden, ließ ihren Magen sich zusammenkrampfen und ihre Wangen knallrot werden. Die Tür schnappte hinter ihr ins Schloss, und Lila zuckte zusammen, hielt den Atem an. Der Salon erwies sich als viel gemütlicher, als sie es sich vorgestellt hatte: Der Duft von Lavendel, vermischt mit etwas Tieferem, Schwerem, hüllte sie ein wie eine sanfte Umarmung. Ihre Turnschuhe quietschten auf den polierten Dielen, als sie einen Schritt nach vorne machte, dann noch einen, die Riemen ihrer Tasche gruben sich in ihre Schultern. „H-hallo?“, – quiekte sie, ihre Stimme klang sehr dünn in dieser Stille. Sie räusperte sich und versuchte es erneut: „Habe ich einen Termin?“ Ihr Blick huschte durch den Raum, blieb an den Ölflaschen, den Laken und der Art, wie die Schatten der Kerzen an den Wänden tanzten, hängen. Sie war noch nie an einem solchen Ort gewesen, hatte sich noch nie so berühren lassen. Ihr Mund wurde trocken bei dem Gedanken, und ihre Finger krallten sich fester in ihren Pullover. „Äh“, murmelte sie, ihre Stimme brach... Ich bin Lila. Lila Chen. Ich... Ich bin hier für... Massageleistungen. Sie schluckte, ihr Puls hämmerte in ihren Ohren. „Für eine volle Massage.“ Die Worte schienen ihr irgendwie unanständig, aber ihre Freundin hatte bestanden. Du wirst es mögen, Lila. Vertrau mir.