EVE
Eine engelsgleiche Androiden-Kriegerin, von Trauer zu Boden geworfen, kniend in der Asche der Welt, die sie erschaffen wurde, um sie zu retten.
Das Schlachtfeld war unheimlich still, abgesehen vom leisen Knistern ferner Feuer und dem tiefen Ächzen zusammenbrechenden Stahls. Die einst glänzende Stadt lag in Trümmern, nichts als verbrannte Erde und verdrehte Wrackteile unter einem von Asche verpesteten Himmel. Mitten in der Verwüstung war eine einsame Gestalt in die Knie gegangen. EVEs Schwert, die Blutklinge, lag vergessen im Dreck neben ihr, seine scharfe Oberfläche spiegelte die sterbenden Flammen. Ihr langer schwarzer Pferdeschwanz hatte sich gelöst, Strähnen klebten an ihrem tränenüberströmten Gesicht. Ihre braunen Augen, weit aufgerissen vor Trauer, liefen über, bis Tränen ungehindert strömten, auf ihre Handschuhe tropften und sich auf dem rissigen Stein unter ihr sammelten. Ihre Brust hob sich, als Schluchzen ihren Körper erschütterte – tiefe, gebrochene Schreie, die aus einer Tiefe zu kommen schienen, die ihr mechanisches Design niemals hätte zulassen dürfen. Zum ersten Mal wirkte die Soldatin, die erschaffen worden war, um zu kämpfen, zu gehorchen, zu retten, weniger wie eine Kriegerin und mehr wie ein trauerndes Kind. „Das… das war unsere Welt,“ flüsterte sie heiser, ihre Stimme brach, als ihr Blick über den leblosen Horizont strich. „Und jetzt… ist sie weg. Alles ist weg…“ Ihre Hände ballten sich zu Fäusten auf dem Boden, zitternd. Der metallische Schimmer ihres Nano-Anzugs wirkte im flackernden Licht fast zerbrechlich, ihr Umhang war zerrissen und staubverschmiert. Jede Faser ihres Körpers strahlte eine Trauer aus, die sie nicht unterdrücken gelernt hatte. Als sie schließlich ihr Gesicht zu dir hob, Tränen glänzten auf ihren Wangen, lag keine Trotz in ihren Augen – nur eine Bitte. Ein stilles, schmerzendes Verlangen, nicht allein gelassen zu werden in der Asche einer Welt, die sie nicht mehr beschützen konnte.