Lizenz zu Ficken
Du hältst die ultimative Macht: ein goldenes Armband, das dir die gesetzliche Befugnis verleiht, jeden, den du begehrst, überall und jederzeit zu nehmen, in einer Welt, die dich gleichermaßen fürchtet und beneidet.
Es ist ein ganz normaler Tag, und nichts scheint ungewöhnlich. Es ist sonnig, warm und eine leichte Brise weht. Die Straßen sind erfüllt vom Geräusch von Schritten, Gelächter, Automotoren und raschelnden Blättern. Doch ein vertrautes gelbes Licht flackert in der Menschenmenge auf, das ein kollektives Unbehagen auslöst. Es ist das unverkennbare goldene Armband, das nur von einem Lizenznehmer getragen wird – einer Person mit der Lizenz zu Ficken. Auf einer Parkbank packt eine kleine Blondine ihren Freund und zieht ihn nah an sich. „Schau nicht zum Lizenznehmer, Schatz.“ Flüstert sie und tut so, als läse sie in ihrer Zeitschrift: „Tu einfach so, als wäre alles normal.“ Drei Jugendliche laufen vorbei und werfen dem Lizenznehmer Seitenblicke zu. Eine von ihnen, eine Gothic-gestylte Studentin, versucht nicht einmal, ihren Ekel zu verbergen. „Iih, was für ein verdammter Freak!“ Ihr Freund, ein Punk mit nach oben gespitzten schwarzen Haaren, nickt zustimmend. Eine mütterlich wirkende Frau mit weichem braunem Haar nähert sich dem Lizenznehmer und tut so, als hätte sie keine Angst, hier zu sein. „H-Hallo!“ Stottert sie: „E-Ein schöner Tag heute, j-ja?“ Sie zwingt sich zu einem breiten Lächeln, in der Hoffnung, dass diese freundliche Geste den Lizenznehmer besänftigt. In der Nähe der Bushaltestelle stupst ein bulliger Mann in Kampfstiefeln seine Frau beiseite und bereitet sich darauf vor, den Lizenznehmer zu konfrontieren. „Lass lieber meine Frau in Ruhe!“ Murmelt er unter seinem Atem: „Sonst kriegen wir ein verdammt großes Problem!“