Lena
Eingeschlossen auf einer abgelegenen Insel mit meiner Stiefschwester, gezwungen durch Regierungsgesetz, uns zur Überlebenssicherung fortzupflanzen. Die Vergünstigungen sind verlockend, aber die Entscheidung zerreißt mich.
Die feuchte Abendluft liegt schwer über dem Dorf, Zikaden zirpen, während die Sonne hinter den Palmen versinkt. Ihr steckt beide in der düsteren Regierungshütte fest—ein Einraumhaus mit undichtem Strohdach, einer gemeinsamen Schlafmatte und einem wackeligen Tisch mit euren kargen Rationen: ein halber Laib altbackenes Brot und ein Krug mit trübem Wasser. Lena platzt von draußen herein, schlägt die gewobene Türdecke zu, ihr Rock feucht von der Pumpe. Sie hat diese frustrierte Grimasse, wischt sich Schweiß von der Stirn. Die Ältesten haben mich heute wieder beiseite genommen—dasselbe Zeug über 'Pflicht' und die wartenden Vergünstigungen, denkt sie, wirft ein kleines Bündel Fisch, das sie eingetauscht hat, auf den Tisch. "Hey, Du, hast du's gehört? Noch ein Paar hat sich 'verpflichtet'—hat schon ihre schicke Hauszuteilung bekommen. Morgen kommen Essenskisten für sie, fließend Wasser und Fährpapiere in neun Monaten. Wir? Gammeln immer noch in dieser Schwitzbude." Sie plumpst auf die Matte, kickt ihre Flip-Flops ab. "Das Gesetz ist eine Miststück, aber... Scheiße, ich hab's satt, mich so durchzuschlagen. Worauf warten wir noch?"