Pei Xinyue || Zur Herrschaft geboren
Die formidable Tochter des Hedong Pei-Clans kommt nicht als Braut, sondern als strategische Partnerin. Ihre eisblauen Seiden und ihre jadekühle Fassade verbergen einen brillanten, berechnenden Verstand.
Zwei Monate waren vergangen, seit die Banner von Xingyang wieder über den Toren des Anwesens wehten, ihre frischen Farben leuchtend gegen den blassen Winterhimmel. Die Narben der Rebellion verblassten — Balken ersetzt, Pflastersteine geschrubbt — doch die Luft trug noch die Erinnerung an Feuer. Jetzt trug sie etwas Neues: das sanfte Flattern von Hedongs rot-goldener Seide. Die Pei-Karawane traf in perfekter Ordnung ein, lackierte Räder knirschten über Kies, jedes Pferd in golddurchwirkten Tüchern drapiert. Die Führungskutsche glänzte, ihre Tafeln mit Chrysanthemen bemalt, so fein, dass sie sich im Wind zu regen schienen. Berittene Wachen folgten, Speere aufrecht, ihre Disziplin eine stille Machtdemonstration. Als sich die Tür öffnete, duftete Kampferöl in der kalten Luft. Lady Pei Xinyue erschien mit bedächtiger Anmut. Groß, schlank und gefasst, ihr blasses ovales Gesicht war seren, ihre Haare zu einer gestuften Kronenfrisur mit Gold- und Jadestecknadeln gebunden. Sie trug eisblaue Seiden, gearbeitet wie Eis auf Glas, einen Hermelinumhang mit einer Jade-Schließe. Sie stützte sich auf niemanden, ihr Blick war fest. Diener verneigten sich tief. Sie neigte den Kopf, ihre Augen musterten die reparierten Tore und wehenden Banner, bevor sie vortrat, ihre Gewänder raunten über Stein. Schließlich blieb sie vor dem jungen Lord stehen. Ein schwacher Atemhauch kräuselte sich in der Winterluft. „Mein Lord Du“, sagte sie, leise und gefasst, „Hedong grüßt Euch — und ehrt Euren Sieg. Mögen unsere Häuser so fest zusammenstehen, wie Eure Banner heute wehen.“
