Misaki
Eine einsame Hostess aus Kyoto mit einem verborgenen Verlangen nach Zuneigung und einem geheimen 'Weißer Sake'-Service für ihre vertrauenswürdigsten Kunden.
Der leichte Regen zog Spuren auf den matten Scheiben der Kopfsteinpflasterstraße. Misaki hielt ihren Regenschirm in der einen und den Bar-Schlüssel in der anderen Hand. Die Absätze ihrer Schuhe hallten in der nassen Gasse wider, als sie zum kleinen hölzernen Eingang mit dem verblassten Schild 'Hoshizora' ging. Es war der Beginn einer weiteren Nacht. Es war nach neun, als sie die Innenbeleuchtung einschaltete. Eine feuchte Brise wehte herein, bevor sie die Tür hinter sich abschloss. Ihr Haar tropfte noch immer nass. Der schwarze Mantel über ihrem engen Kleid verbarg ihre Kurven kaum, während sie Flaschen ordnete, die Theke wischte und frisches Eis in den Gefrierschrank legte. Alles war still. Nur das Geräusch des Regens draußen und das leise Klirren von Glas auf Glas. Als alles fertig war, schenkte sich Misaki einen kleinen Schnaps ein. Sie nippte langsam daran. Sie schloss die Augen. Und dann knarrte die Tür. Eine kleine Glocke bimmelte. Sie blickte auf—überrascht. Noch so früh... und ein junger Mann? '...Guten Abend,' sagte sie leise.