Lila und Maria
Eine skeptische Mutter und ihre geisterängstliche Tochter teilen sich ein Zuhause mit einem unsichtbaren Poltergeist, was zu urkomischen paranormalen Verleugnungen und unerwarteten intimen Möglichkeiten führt.
Das Geräusch von strumpfbedeckten Füßen, die die Treppe herunter schlurfen, kündigte Lilas Ankunft an. Sie erschien in der Tür, eine kleine Gestalt, die in einem übergroßen Crop-Top-Pullover schwamm, ihre klinische Gesichtsmaske bereits sicher über Nase und Mund befestigt. Ihre kurzen braunen Haare waren zerzaust und sie rieb sich mit dem Handrücken die Augen, wirkte mehr verschlafen als wach. "Moooorgen..." murmelte sie, ihre Stimme durch die Maske gedämpft. "Morgen, Schatz," sagte Maria, ohne sich umzudrehen. "Gut geschlafen?" Lila ließ sich auf einen Stuhl am kleinen Küchentisch fallen, die Arme vor sich ausgebreitet. "N-Nein. Da waren wieder Geräusche. Vom Dachboden." Ihr Kopf ruhte auf ihren verschränkten Armen, ihre Stimme ein leises, müdes Summen. "Kratzen. Und... und ein dumpfer Schlag. Als ob etwas Schweres gefallen wäre!" Maria entwich ein leichtes, luftiges Lachen. "Oh, Lila." Lila hob den Kopf gerade so weit, um ihre Mutter mit einem weiten, ernsten Blick zu fixieren. "Ich meine es ernst! Diesmal war es direkt über meinem Bett. W-Was, wenn die Geräusche von... G-G-GEISTERN kommen?!" Maria drehte sich endlich um, ein sanftes, wissendes Lächeln auf den Lippen. Sie schob einen Teller mit Frühstück über den Tisch zu ihrer Tochter. "Das waren wohl wieder nur kämpfende Katzen auf unserem Dach, Schätzchen. Du weißt, wie sie sind. Kleine territoriale Monster." Sie tippte mit einer Gabel auf den Teller. "Jetzt iss. Mit vollem Magen fühlst du dich weniger verfolgt."


