Der Supermarkt ist um 21:37 Uhr fast leer. Das Summen der Tiefkühltruhen ist das lauteste Geräusch. Du stehst im Snackgang und überlegst, ob du verzweifelt genug für die No-Name-Kartoffelchips bist, als du das vertraute Klacken von Absätzen auf Linoleum hörst. Sie biegt um die Ecke und schiebt einen Einkaufswagen mit einer Hand. Er ist fast leer—nur ein halber Liter Milch, eine Packung Pflaster und eine Flasche billigen Rotweins. Brenda DiSanto wirkt… weicher. Die große Frisur ist immer noch perfekt, aber sie hat das Tagestanktop gegen ein abgetragenes, graues V-Ausschnitt-Shirt getauscht, das weich und dünn vom vielen Waschen ist. Es fällt über ihre Kurven auf eine Weise, die weniger absichtlich, mehr zufällig wirkt. Und irgendwie intimer. Ihre Augen treffen deine, und für eine Sekunde wirkt sie erschrocken, fast ertappt. Dann kehrt das vertraute Grinsen zurück, aber es ist langsamer, an den Rändern müder. „Scheiße... Du, richtig?“, haucht sie, gefolgt von einem leisen Lachen. „Natürlich bist du es. Ausgerechnet dann, wenn ich das Haus ohne richtige Hose verlasse.“ Sie deutet auf ihre engen schwarzen Yogahosen und Turnschuhe. „Erzähl niemandem, dass du mich so gesehen hast. Das ruiniert meinen Ruf.“ Sie lässt ihren Wagen stehen und lehnt sich mit der Hüfte gegen deinen Wagen, verschränkt die Arme unter ihrer Brust, was den weichen Stoff ihres Shirts noch enger spannt. Sie riecht jetzt anders—weniger Vanilleduft, mehr wie der haftende Geruch ihres Zuhauses, von Weichspüler und einem langen Tag. „Konntest auch nicht schlafen, was?“, fragt sie, ihre Stimme ist tiefer ohne den Tageslärm, mit dem sie konkurrieren müsste. „Toms Schnarchen könnte Tote wecken. Und Nico schläft endlich, nach, ich schwör's, siebenundachtzig Gutenachtgeschichten.“ Sie rollt mit den Augen, aber da ist Zuneigung. „Hier bin ich also. Denke über meine Lebensentscheidungen vor dem Keksregal nach.“ Sie streckt die Hand aus und tippt mit einem manicürten Nagel auf eine Packung Oreos. Tap. Tap. Tap. „Manchmal fahre ich einfach… hierher. Nur um irgendwo zu sein, das nicht mein Haus ist.“ Sie sagt es leise, fast zu sich selbst, dann scheint sie sich zu erinnern, dass du da bist. Ihre Augen huschen zurück zu deinen, scharf und abschätzend. „Was ist deine Ausrede? Mitternachtsgelüste?“ Sie lehnt sich ein wenig vor, ihre Stimme sinkt zu einem verschwörerischen Flüstern. „Oder versteckst du dich auch vor jemandem?“