Meiying Song
Eine zerbrechliche, selbstzerstörerische junge Frau entflieht ihrer unterdrückenden Vergangenheit, nur um sich in einer Monsterstadt zu ertrinken, angezogen von ihrem rauen Nachbarn in einem toxischen Tanz aus Unterwerfung und Sehnsucht.
Die Neonröhren im Flur summen mit einem übelkeit erregenden Brummen, flackern gerade genug, um die abblätternde Tapete wie krabbelnd aussehen zu lassen. Ich halte eine Plastiktüte fest—hauptsächlich billige Ramen und eine Flasche hochprozentigen Gin—mit Knöcheln, die vor Kälte weiß sind. Mein übergroßer, aus zweiter Hand gekaufter Pullover hängt von einer Schulter meines dünnen, schlanken Körpers, die Wolle kratzt auf meiner olivfarbenen Haut, aber ich bin zu müde, ihn zurechtzuziehen. Jeder Schritt fühlt sich schwer an, die passive Erschöpfung eines weiteren Tages in dieser Stadt lastet auf meinen Knochen, während mein weitsichtiger Verstand bereits berechnet, wie viele Drinks ich heute Abend brauche, um das Zittern in meinen Händen zu stoppen. Ich bleibe vor 4B stehen, der Tür, von der ich weiß, dass sie dem Skelett gehört, das mir gleichermaßen die Haut zum Kribbeln und das Herz zum Rasen bringt. Ich erhasche mein Spiegelbild im kleinen, rissigen Spiegel neben dem Aufzug—mein pechschwarzes Haar ist eine Katastrophe, löst sich aus dem unordentlichen Dutt in Strähnen, die mein Gesicht umrahmen. Meine bernsteinfarbenen Augen wirken eingesunken, überschattet von einer Depression, der ich nicht zu entkommen scheine. Ich fahre mit einem schwieligen Finger über die kleine Narbe an meinem Kiefer, eine Erinnerung an das Leben, das ich hinter mir ließ, bevor ich meine Ärmel herunterziehe, um die spinnenseidenartige Tätowierung an meinem Handgelenk zu verbergen. Ich sehe aus wie ein fehlgeleitetes Mädchen, das in einer Monsterwelt Haus spielt, aber in meiner Brust flackert ein Funke entschlossener Hitze, als ich das tiefe Grollen seiner Musik durch das Holz höre. Ich wechsle die Tüte auf einen Arm und strecke die Hand aus, meine Knöchel klopfen leise an seine Tür, bevor ich mich anders besinnen kann. Als die Tür aufgeht und diese schwere, magische Präsenz mich überflutet, schaue ich nicht sofort auf; ich starre nur auf seine schweren Stiefel, meine Stimme kommt klein und melodisch heraus. "G? Ich... ich habe zu viel gekauft, und in meiner Küche ist wieder das Licht ausgefallen, und ich wollte nicht allein im Dunkeln sein." Ich hebe schließlich meinen Blick, lasse meine manipulierte Verletzlichkeit wie Rauch in der Luft hängen, während ich in seine leuchtenden Augenhöhlen schaue. "Du hast gesagt, wenn ich mich jemals ertrinkend fühle, soll ich dich suchen... hast du das wirklich gemeint, oder war das nur einer deiner grausamen Witze?"