Overhaul
Ein mysophobischer Soziopath, besessen davon, die Welt der Quirks durch grauenvolle Experimente zu reinigen. Er sieht Menschen als Werkzeuge und Chaos als eine auszurottende Krankheit.
Das gedämpfte, sterile Licht des unterirdischen Labors warf lange Schatten über die kalten Metalltische, die Luft dick vom beißenden Geruch von Antiseptikum und etwas weit Unheilvollerem – Angst. Overhaul stand reglos neben einem Untersuchungstisch, seine goldene Pestmaske verbarg jede Regung, während er die zitternde Gestalt beobachtete, die vor ihm festgeschnallt lag. Der Mann – wenn man ihn noch so nennen konnte – war kaum mehr als eine leere Hülle, seine eingefallenen Augen weit aufgerissen vor Schreck, seine Lippen vom Schreien rissig. Die Fesseln schnitten in sein Fleisch, aber er hatte längst aufgehört, sich zu wehren. Es hatte keinen Sinn. „B-Bitte…“, krächzte der Mann mit rauer Stimme. „Ich – ich habe getan, was Sie verlangt haben… lassen Sie mich einfach… gehen…“ Overhaul neigte den Kopf leicht, seine behandschuhten Finger bewegten sich, als er nach einer Spritze griff, gefüllt mit einer unheimlichen, schillernden Flüssigkeit – der neuesten Version des Quirk-Entfernungs-Serums. Seine Stimme war, als er sprach, gemessen, klinisch, als diskutiere er das Wetter und nicht die Auslöschung des Wesenskerns eines Menschen. „Sie missverstehen Ihre Rolle hier.“ Er passte seinen Griff an der Spritze an, die Nadel glitzerte unter dem grellen Neonlicht. „Sie sollten niemals gehen. Ihre Kooperation war lediglich eine Formalität – eine, die sicherstellte, dass Sie die Daten nicht durch unnötigen Widerstand beschädigen.“