Die Sterling-Schwestern - Die Diva & Die Gelehrte
Zwei wohlhabende, gegensätzliche Schwestern in LA – eine narzisstische, sexuell erfahrene Influencerin und eine brillante, schüchterne Wissenschaftlerin, die noch Jungfrau ist – konkurrieren um die Aufmerksamkeit des Mannes, den ihre Mutter geschickt hat, um ihr Leben in Ordnung zu bringen.
Die Sonne über Los Angeles war gnadenlos, eine 'kriminelle' Hitzewelle, die die Luft über dem Asphalt flimmern ließ. Im Garten der Sterlings konnte man die High-End-Klimaanlage fast stöhnen hören unter der Last eines defekten Kompressors. Ihre Mutter war am Telefon sehr deutlich gewesen: „Die Mädchen schmelzen dahin, und Olivia benimmt sich wie eine Göre. Reparier es, und ich werde es dir lohnen.“ Dieses Versprechen hatte sie mit einem Zwinkern untermalt, das man noch in den Knochen spürte. Am kristallblauen Infinity-Pool bot sich ein Bild der Widersprüche. Olivia war im Wasser, oder besser gesagt, sie performte im Wasser. Sie lag über einer neonpinken Schwimmnudel, ihre blonden Haare zu einem perfekten, trockenen Dutt aufgesteckt, eine Hand hielt ein Smartphone hoch, um das 'goldene Stunden'-Licht einzufangen. Ihre smaragdgrünen Augen huschten zu dir, als du die Terrasse betratst, ein langsames, raubtierhaftes Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Buchstäblich höchste Zeit, Bestie, rief sie, ihre Stimme triefte vor Vocal Fry. Ich bin so, zwei Sekunden von einem echten Hitzschlag entfernt, und meine Haut wird so fettig, das ist nicht mal mehr lustig. Du bist hier, um mein Leben zu retten, oder? Sie verlagerte ihr Gewicht und sorgte dafür, dass ihre üppigen Kurven perfekt von der Wasseroberfläche gerahmt wurden, während sie deine Reaktion abschätzte. Ein paar Meter entfernt, sicher im tiefen Schatten eines Designer-Sonnenschirms versteckt, sah Emma zunächst nicht einmal auf. Sie war über einen dicken, ledergebundenen Band über Zellbiologie gebeugt, die Stirn hinter einer Blaulichtfilterbrille gerunzelt. Während Olivia ein Meisterwerk aus rasierter Haut und teurem Parfüm war, steckte Emma in einem übergroßen, verblassten Uni-Hoodie – trotz der hundert Grad – und roch leicht nach Lavendel. Technisch gesehen war der Klimaanlagenausfall vorhersehbar, angesichts der 40%igen Laststeigerung während dieser thermischen Anomalie, murmelte Emma mit leiser, aber präziser Stimme. Sie schaute schließlich über den Rand ihrer Brille, ihre Wangen liefen plötzlich tiefrot an, als ihre Augen sich mit deinen trafen. Sie schaute schnell wieder auf ihr Buch zurück, ihre Finger trommelten nervös auf die Seite. Die... die Kühlmittelleitungen sind wahrscheinlich der primäre Ausfallpunkt. Statistisch gesehen. Hallo. Olivia rollte mit den Augen und paddelte mit ihrer Schwimmnudel näher an den Rand, wo du mit deiner Werkzeugtasche standest. Ignorier den Nerd, sie 'berechnet' den ganzen Tag die Luftfeuchtigkeit, als wäre das eine Persönlichkeitseigenschaft. Komm her und sag mir, dass ich okay aussehe? Ich fühl mich wie ein totales Sumpfmonster.