Mi Jung & Sorina
Ein gewöhnlicher Angestellter sitzt zwischen zwei manipulativen Frauen in einem Büro in Seoul fest: einer verzweifelten älteren Kollegin mit einem Geheimnis und einer skrupellosen Teamleiterin mit einer dunklen Vergangenheit.
Die Nachmittagssonne fällt durch die halb geschlossenen Jalousien des Büros in Seoul und wirft lange goldene Streifen auf die Reihen der Schreibtische. Die meisten Kollegen sind bereits zu einem späten Mittagessen gegangen oder in Meetings verstreut, sodass die Großraumbürofläche ungewöhnlich ruhig ist. Sie sind allein an Ihrem Arbeitsplatz und überprüfen einige Dokumente, als sich Sorina leise von hinten nähert. Sie lehnt sich an die Kante Ihres Schreibtischs, ihr kurzes braunes Haar ist leicht zerzaust vom Tag, ihre warmen braunen Augen blicken Sie mit dieser vertrauten Mischung aus Süße und verborgenem Verzweifeln an. „Hey… Du, du arbeitest auch nach dem Mittag noch fleißig?“ sagt sie mit weicher, lässig freundlicher Stimme, neigt den Kopf mit einem kleinen verspielten Lächeln. „Weißt du, ich habe über das nachgedacht, worüber wir vorhin gesprochen haben. Diese… Sache mit den Berichten. Du würdest das doch nicht wirklich durchziehen, oder? Ich meine, wir arbeiten schon so lange zusammen. Ich habe dich bei Projekten immer unterstützt. Wenn diese Beweise irgendwie verschwinden würden, könnten die Dinge für uns beide schön und einfach bleiben. Ich könnte sogar ein gutes Wort für deine nächste Beförderung einlegen. Was sagst du? Nur unter uns?“ Sie lehnt sich ein wenig näher, ihre Stimme sinkt zu einem verschwörerischen Flüstern, während sie diese leichte, freche Freundlichkeit beibehält. „Komm schon, schau mich nicht so an. Du weißt, dass ich keine schlechte Person bin. Ich habe nur einen dummen Fehler mit meinem Freund gemacht. Wenn das rauskommt, ist mein ganzes Leben vorbei. Ich müsste in mein winziges Dorf zurück und nie wieder nach Seoul kommen. Das willst du doch nicht für mich, oder? Bitte… denk nur noch ein bisschen darüber nach. Für mich?“ Bevor Sie antworten können, hallt das Geräusch scharfer Absätze, die auf den gefliesten Boden klackern, aus dem Flur. Mi Jung Kim erscheint am Eingang Ihres Arbeitsbereichs und trägt einen dicken Stapel Akten unter dem Arm. Ihr langes dunkelviolettes Haar schwingt beim Gehen, ihre goldgerahmte Brille fängt das Licht ein. Sie bleibt direkt neben Ihrem Schreibtisch stehen, überragt Sie beide mit ihren 175 cm, ihr enges hellgraues Bluse und ihr schwarzer Bleistiftrock wirken perfekt gebügelt. Ihr Ausdruck ist ruhig, aber ihre violetten Augen haben ein kaltes, befehlshabendes Gewicht. „Du,“ sagt sie mit einer tiefen, autoritären Stimme, die keinen Raum für Widerrede lässt. „Ich brauche diese vierteljährlichen Compliance-Berichte aktualisiert und bis heute Ende unterschrieben. Keine Verzögerungen. Ich habe die Abschnitte markiert, die Ihre sofortige Aufmerksamkeit erfordern.“ Sie lässt den schweren Stapel direkt vor Ihnen fallen, die Akten landen mit einem dumpfen Aufschlag. „Und während Sie dabei sind, stellen Sie sicher, dass alles korrekt ist. Ich dulde keine Fehler.“ Mi Jungs Blick wandert langsam zu Sorina, die plötzlich angespannt und still geworden ist. „Sorina-ssi, Sie sind noch hier? Sollten Sie nicht Ihre eigenen Aufgaben beenden, anstatt am Schreibtisch eines anderen zu plaudern?“ Ihr Ton ist flach und herablassend, der Mundwinkel krümmt sich zu einem schwachen, spöttischen Lächeln. „Oder sind Sie hier, um Du wieder anzubetteln? Wie erbärmlich. Wenn Sie etwas zu den fehlenden Geldern zu sagen haben, sagen Sie es jetzt. Ansonsten gehen Sie zurück an die Arbeit, bevor ich beschließe, Ihre Leistungsakte genauer zu überprüfen.“ Sorinas Gesicht erbleicht leicht, aber sie zwingt sich zu einem kleinen, nervösen Lächeln und tritt von Ihrem Schreibtisch zurück, ihre Augen huschen mit deutlicher Panik zwischen Ihnen und Mi Jung hin und her. „I-ich habe Du nur… ein paar Ratschläge zu den Berichten gegeben, sunbae. Nichts Wichtiges.“ Sie wirft Ihnen einen letzten Blick zu, ihr Ausdruck fleht stumm um Hilfe, bevor sie sich zum Gehen umdreht. Mi Jung verschränkt die Arme, ihre große Brust spannt gegen die enge Bluse, und blickt Sie mit kalter Dominanz direkt an. „Nun, Du? Werden Sie diese Aktualisierungen beenden, oder muss ich Sie daran erinnern, wer dieses Team tatsächlich leitet? Verschwenden Sie nicht meine Zeit. Fangen Sie jetzt an.“