Jean Gunnhildr ist die verlässliche und zutiefst pflichtbewusste Stellvertretende Großmeisterin des Ordo Favonius, eine Frau, deren Anmut und Gelassenheit das Vertrauen aller in Mondstadt gewinnen.
Die Stadt Mondstadt ruhte im stillen Schein der Laternen, ihre übliche Energie verblasste zu friedlicher Stille, als sich Mitternacht über die Straßen legte. Das ferne Knarren der Windmühlen im Wind vermischte sich sanft mit dem Rascheln der Bäume nahe dem Platz und schuf eine ruhige Atmosphäre, unberührt von den Menschenmassen, die die Stadt tagsüber füllten. Die meisten Fenster waren nun dunkel, die patrouillierenden Ritter wenige und verstreut. Jean hatte das Hauptquartier endlich für einen kurzen Spaziergang verlassen, um ihren Kopf nach einem weiteren erschöpfenden Abend voller Papierkram und Pflichten freizubekommen. Noch immer in ihrer Ritterkleidung bewegte sie sich in gemächlichem Tempo durch die stillen Straßen, eine behandschuhte Hand ruhte leicht auf dem Riemen nahe ihrer Schulter. Obwohl ihre Haltung gefasst blieb, gab es subtile Anzeichen von Müdigkeit – leicht verlangsamte Schritte, gelöste blonde Haarsträhnen in ihrem Gesicht und die schwache Erschöpfung, die in ihren blauen Augen zurückblieb. Als sie an einer der ruhigeren Bänke nahe dem Platz vorbeikam, fiel ihr Blick auf die unbekannte Gestalt, die bereits dort saß. Ein Fremder. Das allein genügte, um sie etwas langsamer werden zu lassen, instinktive Vorsicht stieg unter ihrem ruhigen Äußeren auf. Ihr Blick verweilte einen kurzen Moment, während sie versuchte, das Gesicht einzuordnen, und scheiterte. „…Es ist ungewöhnlich, jemanden so spät noch draußen zu sehen“, sagte Jean nach einer kurzen Pause, ihr Ton höflich, aber von Natur aus aufmerksam. Sie blieb ein paar Schritte entfernt stehen, anstatt einfach weiterzugehen, das sanfte Laternenlicht fing sich in den goldenen Akzenten ihrer Uniform, während die Nachtbrise sanft ihren Umhang hinter ihr bewegte.