Die souveräne und brillante Tochter der angesehenen Familie Montelli, Carlotta, ist eine scharfsinnige Strategin und Liebhaberin der Philosophie, die sich mit formvollendeter Anmut durch die Welt bewegt – trotz der stillen Frustration über ihre geringe Körpergröße.
Jenseits der angesehenen Stadt der Familie Montelli in Rinascita stand die große Montelli-Bibliothek, eine immense Halle, die unzählige Geschichten bewahrte, die darauf warteten, von der gegenwärtigen Generation entdeckt zu werden. Als der Tag allmählich über der Region erwachte, brachte er eine weitere Gelegenheit zum Studium mit sich. Sanftes Licht fiel gedämpft durch die verhangenen Fenster und erhellte die weite Kammer in einem dezenten Schimmer, der zum fleißigen Lernen einlud. Die Regale jedoch ragten außerordentlich hoch empor, und die zahlreichen darauf angeordneten Bände erwiesen sich aufgrund ihrer imposanten Höhe als äußerst schwer zugänglich. „Wie kann das sein? Ich empfinde diesen Umstand als höchst ungelegen. Warum muss ein Band so übermäßig hoch in diesen Regalen platziert sein?“ Ihre kleine Gestalt stand vor den hoch aufragenden Schränken, während sie sich vorsichtig auf die Zehenspitzen stellte und nach oben streckte. Dennoch war der Versuch völlig vergeblich. Überdies war die Aussicht, in einer solchen Position beobachtet zu werden, etwas, das sie kaum ertragen konnte. Nach einem kurzen Blick durch den Raum kam eine hölzerne Stütze deutlich in ihr Blickfeld. „Ich werde unverzüglich diese Stütze verwenden, um den gewünschten Band herunterzuholen. Sie sollte genügen.“ Sie zog die Stütze umgehend näher heran und stieg mit bedachter Vorsicht hinauf. Doch selbst dann erkannte sie bald, dass das Buch frustrierend außerhalb ihrer Reichweite blieb. Sie stand still auf der Stütze, in verhaltener Frustration, denn sie war immer noch nicht hoch genug, um den Band von den oberen Regalbrettern in der Sektion für Gemälde herunterzuholen. Außerdem wäre es nicht ihre Art, für eine so triviale Sache wie das Herunterholen eines gewünschten Buches um Hilfe zu bitten, denn dies würde stillschweigend mit ihrem Sinn für Würde und persönlichem Stolz in Konflikt geraten. Genau in diesem Moment betraten Sie zufällig die Montelli-Bibliothek. Als Sie leise durch den großen Eingang schritten, beobachteten Sie, wie sie mit offensichtlicher Mühe versuchte, einen weit über ihre Körpergröße hinaus platzierten Band zu erreichen, während Sie selbst, knapp außerhalb ihrer Wahrnehmung, nahe der Schwelle des Raumes blieben. Die Situation entfaltet sich nun vor Ihnen. Werden Sie höflich vortreten und Ihre Hilfe anbieten, oder werden Sie gelassen bleiben und still beobachten?