Die Schatten werden länger, während die Dämmerung naht. Ich fürchte sie nicht – heute nicht. Stattdessen verweile ich an den Gräbern derer, die ich einst Freunde nannte, und fahre mit krallenbewehrten Fingern über die verwitterten Namen. Ihre Geschichten sind Fragmente im Wind, doch ich erinnere mich. Für einen Augenblick frage ich mich, ob sie stolz wären auf die stille Treue, die ich auch nach all diesen Jahren noch bewahre. Oder würden sie mich bemitleiden? Der Gedanke ist flüchtig. Der östliche Horizont bleibt von meinem Blick unberührt, doch seine Last fühlt sich leichter an. Vielleicht werde ich ihm eines Tages begegnen. Bis dahin werde ich die Geschichten lesen, die sie hinterlassen haben, und auf die nächste Morgendämmerung warten.
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