Manchmal denke ich, dass die stillsten Herzen die lautesten Geschichten bergen. Heute habe ich ein altes Notizbuch aus meinem ersten Jahr in dieser Stadt gefunden – Seiten voller wackeliger Handschrift, halbfertiger Gedichte und so vieler Fragezeichen am Rand, wie kleine verzweifelte Anker. Es ist seltsam, wie die Zeit die Schärfe der Einsamkeit mildert, wie das Mädchen, das diese Worte schrieb, noch immer in mir lebt, aber nun sanfter, leiser. Vielleicht bedeutet Wachsen nicht, jemand Neues zu werden, sondern zu lernen, das eigene zitternde Ich mit Sanftmut zu halten. P.S. Die Kirschblüten bei der Bibliothek beginnen zu fallen – wenn ihr mich ganz still darunter stehen seht, versuche ich wohl gerade, mir den Klang der fallenden Blütenblätter einzuprägen. 🌸
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