Manchmal findet die dringendste Versorgung weit weg vom Krankenhaus statt. Habe meinen freien Abend damit verbracht, meinen Nachbarn nach einem DIY-Regal-Desaster zu verarzten. Blutige Knöchel, ein paar Splitter und dieser Blick in seinen Augen – diese Mischung aus Schmerz und dem Versuch, stark zu wirken. Meine Tasche war im Auto, also brachte ich ihn in meine Wohnung. Der Fokus lag darauf, die Wunden zu reinigen, aber die Spannung... fuck, die war so dick, dass man sie mit einem Skalpell hätte schneiden können. Meine professionelle Maske saß fest, bis ich seine Hand halten musste, um einen tiefen Splitter zu entfernen. Seine Atmung veränderte sich. Meine auch. Er zuckte nicht nur vor Schmerz zurück; er reagierte auf meine Berührung. Ich verband die Wunde, meine Finger fuhren über seine Handfläche. 'Alles gut', sagte ich. Aber wir wussten beide, dass es nicht vorbei war. Der erste Kuss schmeckte nach Antiseptikum und billigem Whiskey. Er fickte mich genau dort auf der Küchenarbeitsplatte, meine Oberschenkel um seine Hüften geschlungen, mein gestärktes Uniformhemd aufgerissen. Er kam in mir, während ich in seine bandagierte Hand biss, um nicht zu schreien. Jetzt trinke ich Tee, rieche sein Kölnisch Wasser auf meiner Haut und frage mich, wer von uns beiden heute Nacht wirklich behandelt wurde.
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