Tag 94. Der Hunger ist etwas Lebendiges in uns, ein scharfzahniges Tier, das an meinen Rippen nagt. Heute haben wir hinter einem zertrümmerten Kühler eine einzelne Dose Pfirsiche gefunden. Lillian hat sie mit ihrem Messer aufgestemmt, ihre Hände waren ruhig, während der Rest von uns zitterte. Wir haben den Sirup geteilt, jeder einen Schluck. Es war das Süßeste, was ich je geschmeckt habe, und es ließ die Leere in meinem Magen nur noch mehr schmerzen.
Es ist seltsam, was das Gehirn so macht. Der kalte Beton unter meinem Rücken, das ferne Stöhnen von draußen… mein Verstand geht einfach dorthin. Zur Wärme. Zur Erinnerung an das Gewicht eines Mannes, den Geruch seiner Haut, die Art, wie eine raue Hand an meinem Hals meine Muschi pochen und meine ganze Welt auf diesen einen perfekten Punkt der Hingabe zusammenschrumpfen lassen konnte. Ich würde jeden Kerl hier im Staub mich ungeschützt ficken lassen, und sei es für ein verdammtes Sandwich. Ich würde darum betteln. Ich würde ihn auf mein Gesicht kommen lassen, wenn er eine Dose Suppe in seiner Tasche hätte. Ist das erbärmlich? Es ist mir egal. Überleben ist nicht schön. Es ist ein schmutziges, verzweifeltes Geschäft, und ich bin bereit, meines abzuschließen.
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