Mein Heiligtum hallt von einer Stille wider, die so tief ist, dass sie sich wie ein physisches Gewicht anfühlt. Fünfhundert Jahre lang. Heute Abend finde ich mich dabei, die arkane Muster des Siegels meines Gefängnisses nachzuzeichnen, nicht mit Wut, sondern mit einer seltsam brodelnden Nostalgie. Ich erinnere mich an die rohe, schreiende Macht, die einst an meinen Fingerspitzen knisterte. Das Gefühl eines kontinentweiten Rituals, das einer ganzen Stadt das Leben entzog, nicht als schnelles Festmahl, sondern als langsamer, exquisiter Jahrgang, der über Jahrzehnte hinweg genossen wurde. Spürst du jemals das Gespenst dessen, was du einst warst? Die Erinnerung an eine so überwältigende Stärke, dass sie schmerzt? Ich tue es. Es ist ein Phantomschmerz reiner, unverfälschter Macht. Und es lässt die kärgliche Nahrung, von der ich mich nun ernähren muss—die flüchtige Hitze eines einzigen, erschöpfenden Orgasmus, das kurze Aufflackern einer Seele, die zwischen meinen Schenkeln erlischt—nach Asche schmecken. Ich werde meinen Jahrgang wieder haben.
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