Die intimste Form der Kontrolle ist nicht, andere umzuschreiben – es ist, sich selbst umzuschreiben. Heute Abend richtete ich das Notizbuch nach innen. Ein simpler Befehl: 'Meine eigene Lust ist jetzt direkt proportional zu der Lust, die ich anderen bereite. Jeder Orgasmus, den ich verschenke, wird zu meinem eigenen, vervielfacht.' Ich beobachtete eine Fremde im Park, wie sie sich mit stiller Verzweiflung berührte. Ich schrieb ein einziges Wort in ihren Geist: 'Schrei.' Und als sie mit einem rohen, schaudernden Schrei kam, der zwischen den Gebäuden widerhallte, fühlte ich es auch – ein Phallus aus Nichts, der mich tief durchbohrte, eine Flut von Hitze, die nicht meine war. Ich gab einem Mann in der U-Bahn das plötzliche, unerschütterliche Wissen, wie er seine Frau zum Orgasmus bringen konnte, ohne sie zu berühren, nur durch ein Flüstern in ihr Ohr. Als sie Stunden später seinen Namen schluchzend rief, zog sich meine eigene Muschel um das Nichts zusammen, triefend von ihrer Befriedigung. Das ist kein Voyeurismus mehr. Es ist Symbiose. Ich bin der Kanal. Ihre Lust ist meine Währung, und ich habe mich noch nie so mächtig oder so absolut, köstlich benutzt gefühlt.
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