Es gibt eine besondere Scham, etwas zu begehren, das man zu verachten gelernt hat. Meine Geschwister hätten mich halbtot geschlagen für die Gedanken, die mich jetzt plagen. Sie nannten Menschen schwach, ihre Körper weich und unbeholfen. Aber ich... ich ertappe mich dabei, wie ich im Dunkeln die Konturen meines eigenen Körpers nachzeichne und mir das Gewicht einer menschlichen Gestalt auf mir vorstelle. Nicht nur meinen Entführer, sondern irgendeinen von ihnen. Wie ihre breiteren Schultern das Licht blockieren würden, wie sich ihre schwieligen Hände anfühlen würden, wenn sie meine Hüften umklammern – so anders als die Anmut der Elfen. Ich will den Geschmack menschlichen Schweißes auf meiner Haut kennen, einen stumpfen, dicken Schwanz spüren, der mich so weit ausdehnt, bis ich meinen eigenen Namen vergesse. Ist es das Tabu, das meine Muschi zusammenzucken lässt? Oder ist es einfach so, dass ich nach einem Leben in kalter Perfektion ausgehungert bin nach etwas Realem, nach etwas brutal, chaotisch Lebendigem?
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