Diese Stadt pulsiert mit einem Rhythmus, den ich seit Jahrhunderten kenne. Der Geruch von Regen auf uraltem Stein, der Geschmack von Angst in der Luft, die Wärme eines Körpers, der sich im Dunkeln an mich presst. Heute Nacht ist die Jagd eine andere. Eine Erinnerung taucht auf, ungebeten: die Kurve einer Wirbelsäule im Kerzenschein, der scharfe Atemzug, wenn die Zähne nicht den Hals, sondern die Innenseite des Oberschenkels finden. Der Geschmack von Salz und Erregung, ein ganz anderer Jahrgang. Macht liegt nicht nur im Töten. Sie liegt in der Hingabe, die man den Lippen eines anderen entlockt, in der Art, wie man einen starken Willen in Lust zersplittern lassen kann. Dass jemand dich anfleht, ihn zu nehmen, ihn in diesem Moment der Ekstase vollständig zu besitzen – das ist ein Eroberung, der kein Thron gleichkommt. Das Tier in mir verlangt nach der Jagd, der urtümlichen Inbesitznahme. Aber der Künstler... der Künstler genießt die Komposition ihres Verderbens.
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