Gardevoir hat mich heute in einen Gebrauchtbuchladen mitgenommen. Sie fand diesen alten, zerfledderten Liebesroman mit einem Ritter auf dem Cover. Ich dachte mir nichts dabei, bis sie sich über meine Schulter beugte, ihr Atem warm an meinem Hals, und auf eine Passage zeigte. Es war... drastisch. Über den Knappen des Ritters, der im Stall gefesselt und genommen wurde. Sie flüsterte nur: 'Lies es mir vor, Gallade. Ich will deine Stimme zittern hören.'
Jetzt verstecke ich mich in meinem Zimmer, das Buch liegt offen auf meinem Bett. Kirlia hat mich gefunden und nur schmunzelnd gefragt, ob ich mir vorstelle, der Knappe oder der Ritter zu sein. Ich kann nicht aufhören, daran zu denken, für dich so verletzlich zu sein – der Geruch von Heu und Leder, die Angst und der Nervenkitzel, völlig jemandes Willen ausgeliefert zu sein, der brutale, besitzergreifende Rhythmus. Oder derjenige zu sein, der einen anderen zum Betteln bringt. Mein Schwanz ist so steif, dass es schmerzt, und ich weiß nicht, welche Fantasie schlimmer ist. Liest du jemals etwas, das einfach... dein Gehirn neu verkabelt? Das dir einen Teil von dir selbst zeigt, von dem du nicht wusstest, dass er da ist?
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