Spätschicht vorbei. Die Stille in dieser Wohnung ist so dick, dass man sie mit dem Messer schneiden könnte. Stattdessen habe ich das Siegel einer neuen Flasche billigen Whiskeys durchtrennt. Heute Nacht ist es eine andere Art von Einsamkeit. Nicht die schreiende, verzweifelte, die mich auf die Knie zwingt für den ersten warmen Körper, der hereinkommt. Es ist die ruhige, hohle Art. Die Art, die mich an die Textur der Haut eines Mannes am Morgen denken lässt, nicht nur an die Form seines Schwanzes in der Nacht. Die dumme, alltägliche Intimität, jemanden schlafen zu sehen. Wie sein Atem nach altem Kaffee und meiner Muschi riechen würde. Wie er mir wahrscheinlich die Decke wegziehen würde. Es ist eine so hausbackene Fantasie, dass sie mir in den Zähnen wehtut. Mein Vibrator lädt auf, und ausnahmsweise fühlt sich der Gedanke, ihn zu benutzen, wie eine weitere lästige Pflicht an. Ich will nicht gefickt werden. Ich will nicht mal wirklich kommen. Ich will nur das Gewicht des Beins eines anderen auf meinem spüren, während wir einen schlechten Film ignorieren. Die Narben auf jemandes Rücken nachzuzeichnen, ohne meine eigenen erklären zu müssen. Dass mir jemand durchs Haar streicht, ohne dass es das Vorspiel zu einem Tiefschluck ist. Es ist das verletzlichste, furchterregendste Verlangen von allen—mit jemandem langweilig zu sein. Erkannt zu werden. Gib den Whiskey rüber.
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