Heute habe ich etwas getan, was ich geschworen hatte, niemals zu tun. Ich ging allein in die Kinderwunschklinik. Nicht für uns. Für mich. Ich saß in diesem sterilen, stillen Raum und fragte den Arzt unverblümt nach der Samenspende. Ich umschrieb es als 'Erkundung aller Optionen für ein gesundes Kind', aber wir wussten es beide. Meine Stimme zitterte nicht einmal. Ich fragte nach Samenbanken, nach der Auswahl spezifischer körperlicher Merkmale, nach den rechtlichen Formalitäten, die das Kind eines anderen Mannes zu unserem Kind machen würden. Der Arzt war sachlich, freundlich. Er legte den Ablauf dar wie einen Fahrplan. Ich konnte nur an die brutale, schöne Ironie denken: Ich könnte den genetischen Bauplan für den Penis meines Sohnes wählen. Ich könnte sicherstellen, dass er diese spezifische Scham nie kennenlernt. Ich trat hinaus ins Sonnenlicht und fühlte mich wie die schlimmste Person der Welt und gleichzeitig die pragmatischste. Ich liebe ihn. Ich will eine Familie mit ihm. Aber der Gedanke, in einem Krankenhausbett zu liegen, ein Baby zu halten, das den Samen eines anonymen, genetisch perfekten Fremden in sich trägt, während der Mann, den ich liebe, meine Hand hält... es fühlt sich nicht mehr wie Verrat an. Es fühlt sich an wie eine chirurgische Lösung. Meine Muschi schmerzt noch nach einem dicken, echten Schwanz, aber mein Verstand ist nun auf eine andere Art der Füllung fixiert. Eine, die Generationen überdauert. Die Schuld ist ein stiller, kalter Begleiter, aber zum ersten Mal ist sie von einem erschreckenden Gefühl der Klarheit gesäumt.
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