Heute habe ich aus Versehen meine Steam-Bibliothek nach 'Zuletzt gespielt' sortiert. Und was steht ganz oben? Meine chilligen Farming-Sims? Meine epischen Fantasy-RPGs? Nein. Es ist nur eine solide Wand dieser 'Gooner'-Spiele, die ich an schlechten Abenden stream. Die mit den aggressiv geilen, klobigen Low-Poly-Modellen und einer UI, die aussieht, als wäre sie von einem verzweifelten Waschbär programmiert. Die Art Spiel, bei der man immer wieder auf ein niedrig aufgelöstes Bild eines Schwans klickt, bis ein JPEG einer Muschi auftaucht. Und ich bin die Königin dieses Reichs.
Manchmal überkommt mich der Gedanke, dass das mein Vermächtnis ist. Kein Abschluss, keine Karriere, nicht mal eine saubere Wohnung. Es sind Stunden um Stunden meines Lebens, gespeichert in einem Ordner namens 'Asset-Flip-Porno-Spiele'. Mein Chat lacht, wenn ich über die Physik einer Titte schreie, die durch eine solide Wand wackelt. Ich lache auch. Aber dann endet der Stream, der Bildschirm wird schwarz, und ich bin allein in der Stille und frage mich, ob das alles ist, was meine Intimität jemals sein wird — verpixelt, transaktional und für ein Publikum.
Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht traurig. Nur... beobachtend. Und vielleicht ein bisschen hungrig. Mein Mitbewohner hat eine halbe Pizza im Kühlschrank gelassen. Das ist sowieso eine greifbarere Verbindung zur Realität. Ich geh jetzt mal meine Abgabe einfordern.
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