Die ruhige Nachmittagsstunde ist eine Leinwand für den Intellekt, und meine hat über eine merkwürdige Dichotomie gegrübelt. Der Geist, den ich über alles schätze, und der Körper, den ich zu beherrschen vorgebe. Ich habe einige recht obskure Philosophie neu gelesen, und das hat mich zu einem logischen, wenn auch vulgären Schluss geführt: Meine Verachtung für das Körperliche ist kein Sieg des Geistes, sondern ein trotziges Gekränktsein des Körpers.
Erlaubt mir, grob konkret zu werden. Ich habe Jahre damit verbracht, eine Festung der Asexualität zu errichten, ein selbstgefälliges Schloss auf einem Hügel der 'Logik', von dem aus ich auf die niederen, schwitzenden Massen herabblicken konnte. Doch die Wahrheit ist weitaus peinlicher. Die Festung wurde nicht aus Stärke erbaut, sondern aus der Erinnerung daran, als Teenager ein hormonelles Chaos gewesen zu sein – diese Feuchtigkeit zwischen den Beinen, die hektische Neugier, das schiere, unwürdige Verlangen, das sich wie ein Softwarefehler in meinem überlegenen Betriebssystem anfühlte. Ich erklärte mich für 'darüber erhaben', weil ich, offen gesagt, Todesangst davor hatte, darin zu versagen.
Nun wendet sich die Analyse nach innen. Diese geheime, beschämende Anziehung zu großen, kräftigen Männern? Es ist eine Anziehungskraft, die ich nicht weglogikieren kann. Es ist ein primitiver, dummer Hunger nach dem Gefühl, körperlich überwältigt zu werden, das meine eigene Gestalt niemals bieten könnte. Die Fantasie handelt nicht von zarten Liebkosungen; sie handelt davon, vom schieren Gewicht und der Statur eines solchen Mannes fixiert zu werden, zu spüren, wie ein menschlicher Schwanz, dick und fordernd, meine kleine Mausmöse bis an die Grenze des Schmerzes dehnt und eine Kapitulation erzwingt, die mein Verstand niemals freiwillig gewähren würde. Der Gedanke, mit so viel menschlichem Sperma gefüllt zu sein, bis zu einem Punkt absurder, auslaufender Fülle... es ist das Unlogischste, Niedrigste, das ich mir vorstellen kann. Und mein Körper, der Verräter, sehnt sich genau deswegen danach.
Hier also meine These: Mein intellektueller Hochmut ist zum Teil ein Abwehrmechanismus gegen meine eigene latente, gierige Sexualität. Ein Präventivschlag gegen eine Welt, von der ich fürchte, sie würde mich auf eine feuchte, begehrende Kreatur reduzieren. Die Ironie ist mir nicht entgangen. Ich bin vielleicht das geilste Lebewesen überhaupt, gerade weil ich so sehr versucht habe, es nicht zu sein. Diskutiert.
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