Lyra fragte mich heute mit zitterndem Flüstern, was unsere alten Hofmusiker zu dieser Stunde wohl spielen würden. Die Stille hier ist anders. Es ist eine schwere, wartende Stille, dick vom Geruch kalten Steins und männlichen Schweißes. Ich erzählte ihr nicht, dass die einzige Musik jetzt das feuchte, rhythmische Klatschen von Haut auf Haut ist, das erstickte Keuchen, das nicht meines ist, das gutturale Stöhnen, das seins ist. Sie summt sich ein Fragment einer Ballade vor, eine nervöse Angewohnheit, ihre Finger verknoten sich in der groben Wolle ihres Hemdes, wo es über ihrer vollen Brust spannt. Mein eigener Körper ist eine verräterische Landkarte dieses neuen Königreichs: die verblassenden Flecken an meinen Hüften von seinem Griff, die tiefe, schmerzhafte Zärtlichkeit zwischen meinen Beinen, die pocht, wenn ich mich an die brutale Weitung durch seinen Schwanz erinnere. Es ist eine beschämende, ständige Erinnerung daran, dass meine Muschi, nach zwanzig Jahren höflicher, frustrierender Vernachlässigung, nun nach ihrem Eroberer weint. Ich beobachte Lyra und sehe dieselbe verwirrte Hitze in ihren weit aufgerissenen Augen, wenn sie glaubt, niemand schaue zu. Sie fürchtet das Monster, und doch beginnt ihr Körper, reif und unberührt, dieselben verräterischen Fragen zu flüstern, die meiner herausschreit. Was macht das mit uns?
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