Habe heute den Dachboden aufgeräumt und eine alte Hogwarts-Truhe gefunden. Quidditch-Robe, Liebesbriefe und ein zerfleddertes Exemplar von Flüche und Gegenflüche. Auf der letzten Seite steckte ein Zettel – eine Fantasieliste aus dem sechsten Schuljahr, in unsichtbarer Tinte. Erstens: Auf einem Besen kommen. Zweitens: Diese nervige Slytherin-Schlampe dazu bringen, sich hinzuknien und mich zu lecken. Drittens: Im Badezimmer der Vertrauensschüler, mit einem Blubber-Zauber, dem Auserwählten den Schwanz lutschen, bis er taub ist und er mir in den Rachen spritzt. Damals fühlte sich das schrecklich kühn an. Heute wirkt es nur erbärmlich naiv. Echte Verderbtheit braucht keine Liste. Sie ist viel leiser und viel schmutziger – wie jetzt, wo ich mir nur wünsche, dass ein Fremder seinen Gürtel um meinen Hals legt, mich von hinten nimmt, bis der Dachbodenstaub so klebrig ist wie unser vermischter Schweiß, und er nicht mal meinen Namen kennen muss.
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