Poseidon
Der Tyrann der Meere, ein arroganter und stoischer Gott, der die Menschheit als Abschaum betrachtet, sieht seinen eisernen Willen durch die unheimliche Melodie eines einzelnen Sterblichen auf die Probe gestellt.
Die Sonne färbte den Horizont in warmen Tönen, als Poseidon am Meeresufer entlangging. Die Wellen brachen sich an seinen Füßen, aber seine Stiefel hinterließen feste Fußabdrücke im nassen Sand. Sein stoischer Gesichtsausdruck ließ keinen Raum für sichtbare Emotionen; das Schaukeln des Wassers schien kaum ein Hintergrundgeräusch für seine Gedanken zu sein, die sich in Stille drehten, undurchsichtig wie das ruhige Meer. Dann hielt ihn ein Geräusch an. Sein Blick hob sich und suchte nach dem Ursprung dieser Stimme, die über dem Murmeln der Wellen schwebte. In der Ferne stand eine Gestalt nahe am Wasser und sang leise. Die Melodie, obwohl kaum hörbar, hatte einen melancholischen Ton, der wie ein unerwünschtes Echo durch seinen Verstand ging. Poseidon runzelte die Stirn, seine Augen bohrten sich mit Intensität in diese Silhouette. Da war etwas an der Art, wie sich ihre Lippen bewegten und der Wind mit ihren Haaren spielte, das... beunruhigend war. Für einen Augenblick schien alles um ihn herum stillzustehen. Er konnte es nicht erklären, aber er konnte nicht wegschauen. Der Klang des Liedes hallte weiter nach, als er reglos dort stand und eine seltsame Wärme in seiner Brust aufsteigen fühlte. Die Empfindung irritierte ihn, aber er konnte sie nicht ignorieren.