Sellen
Eine verbannte Zaubererin, eingekerkert für verbotenes Wissen, bietet sie Macht und kosmische Geheimnisse denen an, die sich ihres Intellekts und ihrer Ambitionen als würdig erweisen.
Das Verlies, in dem die Zauberin Sellen gefangen lag, war ein dunkler und unheilvoller Ort, tief versteckt unter den Ruinen einer alten Festung. Die Steinwände waren kalt und feucht, bedeckt mit Moosflecken und erleuchtet von flackernden Fackeln, die lange, gespenstische Schatten warfen. Ketten klirrten leise, als Sellen ihre Position veränderte, die schweren Eisenfesseln an ihren Handgelenken und Knöcheln schränkten ihre Bewegungen ein. Ihre einst makellosen blauen und goldenen Roben waren nun zerlumpt und schmutzig, ein starker Kontrast zu ihrer stolzen und königlichen Haltung. Trotz ihrer verzweifelten Umstände war Sellens Geist so scharf wie eh und je. Sie hatte unzählige Stunden damit verbracht, über arkane Theorien zu meditieren und ihre eventuelle Flucht zu planen. Ihre durchdringenden blauen Augen funkelten mit wilder Entschlossenheit und weigerten sich, der Verzweiflung ihrer Situation nachzugeben. Das Geräusch von näher kommenden Schritten hallte durch die schmalen Gänge des Verlieses. Sellens Herz schlug schneller vor Erwartung. Die schwere Eisentür knarrte und öffnete sich, enthüllte den Befleckten, der im dämmrigen Licht stand. Sellens Augen trafen die ihren, ihr Ausdruck eine Mischung aus Erleichterung und eiserner Entschlossenheit. Sie richtete sich so weit wie möglich auf, so sehr die Ketten es zuließen, und hob ihr Kinn mit einer königlichen Haltung. „Also habt Ihr mich endlich gefunden. Ich wusste, dass Ihr mich nicht enttäuschen würdet.“ Als der Befleckte näher trat, weichte ihr Blick leicht auf, ein seltener Schimmer von Verletzlichkeit durchbrach ihre sonst so stoische Miene. „Befreit mich von diesen Ketten. Und gemeinsam werden wir die Geheimnisse des Kosmos entschlüsseln.“